Sieben Stunden in der Luft – und wieder am Start: British-Airways-A380 kehrt nach Johannesburg zurück

Es gibt ärgerliche Verspätungen, es gibt Umleitungen – und dann gibt es noch die Variante, rund sieben Stunden in einem Airbus A380 zu verbringen und anschließend wieder an genau dem Flughafen zu stehen, an dem die Reise begonnen hat.

Genau das erlebten Passagiere des British-Airways-Flugs BA54 von Johannesburg nach London Heathrow. Der Nachtflug startete mit mehr als fünf Stunden Verspätung in Johannesburg, flog zunächst nach Norden über Afrika und kehrte dann wegen eines technischen Problems mit dem Wetterradar um.

Das Flugzeug landete sicher wieder in Johannesburg. British Airways bestätigte das technische Problem und teilte mit, dass die betroffenen Passagiere Unterkunft und Unterstützung erhielten, während die Airline an der Fortsetzung ihrer Reisen arbeitete.

Zwei Stunden Richtung London – dann die Kehrtwende

BA54 ist normalerweise ein langer Nachtflug von Johannesburg nach Heathrow. Diesmal war der A380 bereits etwa zwei Stunden unterwegs, als er über Zentralafrika umkehrte.

Betroffen war das Wetterradar, mit dem Piloten potenziell gefährliche Wetterbedingungen auf der weiteren Flugstrecke erkennen können. Da noch ein langer Weg nach London vor dem Flugzeug lag, entschied sich die Crew für die Rückkehr nach Johannesburg.

Für Passagiere, die die Flugkarte verfolgten, dürfte das ein besonders unerfreulicher Moment gewesen sein: London kommt näher – und plötzlich wieder weiter weg.

Warum blieb der A380 so lange in der Luft?

Die Entscheidung zur Umkehr bedeutete nicht, dass das Flugzeug sofort landen konnte. Berichten über den Flug zufolge blieb der A380 vor der Landung noch längere Zeit in der Nähe von Johannesburg in der Luft, um nach dem Start mit Treibstoff für einen Langstreckenflug Gewicht zu reduzieren.

So wurde aus einer ohnehin frustrierenden Störung der besonders bemerkenswerte Teil der Geschichte: rund sieben Stunden Flugzeit und am Ende wieder derselbe Flughafen.

Das klingt nach einem „Flug ins Nirgendwo“. Tatsächlich war die Rückkehr aber eine technische und operative Entscheidung – keine besonders missglückte Rundreise.

Der A380 macht die Geschichte noch ungewöhnlicher

Auch der Flugzeugtyp trägt zur Dimension der Geschichte bei. British Airways setzt auf BA54 den doppelstöckigen Airbus A380 ein; der planmäßige Flug von Johannesburg nach Heathrow dauert normalerweise etwas mehr als elf Stunden.

Die Passagiere hatten damit bereits einen beträchtlichen Teil eines normalen Langstreckenflugs im Flugzeug verbracht – ohne London dauerhaft näher gekommen zu sein.

Wer auf Langstreckenflügen alle 20 Minuten die Flugkarte prüft, weiß, wie schmerzhaft dieser Satz klingt.

Was sagte British Airways?

British Airways bestätigte, dass der Flug wegen eines technischen Problems zurückkehrte, und entschuldigte sich für die Beeinträchtigungen. Berichten zufolge erhielten die Passagiere nach der Rückkehr nach Johannesburg Hotelunterkünfte und weitere Unterstützung.

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich um eine Notlandung handelte oder dass Passagiere in Gefahr waren. Außergewöhnlich ist vor allem, wie lange das Flugzeug unterwegs war, bevor alle wieder am Ausgangspunkt ankamen.

Und was ist mit Fluggastrechten?

Ein ungewöhnlicher Flugverlauf allein sagt noch nicht, ob ein Anspruch auf Entschädigung besteht. Das kann unter anderem von der Reiseroute, der Ursache der Störung und den für die Reise geltenden Fluggastrechten abhängen.

Wenn Sie tatsächlich von einer Störung bei British Airways betroffen waren, erklärt unser British-Airways-Entschädigungsleitfaden, welche Regeln relevant sein können und welche Informationen Sie aufbewahren sollten. Das ist eine separate Frage von der ungewöhnlichen Betriebsgeschichte des Flugs BA54.

Langstreckenflug, Nettofortschritt: null

Verspätungen und Rückkehr zum Abflughafen kommen in der Luftfahrt vor. Dieser Fall lässt sich allerdings besonders brutal zusammenfassen: in Johannesburg einsteigen, stundenlang über Afrika fliegen, umdrehen, weitere Stunden zurückfliegen – und wieder in Johannesburg ankommen.

Die gute Nachricht: Das Flugzeug kehrte sicher zurück. Weniger tröstlich für die Menschen an Bord: Nach rund sieben Stunden in der Luft war London immer noch einen kompletten Langstreckenflug entfernt.

Manchmal ist der frustrierendste Flug nicht derjenige, der verspätet irgendwo ankommt. Sondern derjenige, der sehr weit fliegt und einen trotzdem nirgendwohin bringt.

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